Anleitung: Zur Gründüngung oder zur Saatgutgewinnung.
Aussaatmenge: Pur 1,6–2 kg/100 m².
In einer Mischung: 0,8 kg Senf + 1 kg Getreide/100 m².
Senf ist eine hervorragende „heilende“ Kulturpflanze, da er Fadenwürmer (Nematoden) im Boden wirksam bekämpfen kann. Diese positive Wirkung wird vor allem im Rahmen agrotechnischer Maßnahmen genutzt, wo er als Gründüngung dient.
Der Hauptmechanismus, warum Senf gegen Fadenwürmer wirksam ist, ist der Gehalt an spezifischen Substanzen, die in den Boden freigesetzt werden.
Glucosinolate: Diese Substanzen sind im Pflanzengewebe enthalten. Wenn Senf in den Boden eingearbeitet wird, werden die Glucosinolate zu Isothiocyanaten abgebaut. Diese Verbindungen besitzen toxische Eigenschaften, die für Fadenwürmer schädlich sind.
Biofumigation: Die Freisetzung von Isothiocyanaten wirkt wie eine natürliche Biofumigation. Es handelt sich um einen Prozess, der mit der Bodenbegasung durch chemische Mittel vergleichbar ist, jedoch eine ökologische und natürliche Methode darstellt. Isothiocyanate stören das Nervensystem der Fadenwürmer und verhindern deren Vermehrung, wodurch deren Population im Boden reduziert wird.
Praktische Anwendung:
Um diese gesundheitsfördernde Wirkung zu erzielen, ist es wichtig, die richtige Vorgehensweise einzuhalten:
Senf sollte als Zwischenfrucht oder als Gründüngungspflanze ausgesät werden.
Wenn die Pflanze ihre volle Entwicklung erreicht hat (vor der Blüte), muss sie in den Boden eingearbeitet werden. Genau dann ist der Gehalt an Glucosinolaten am höchsten.
Durch das Einarbeiten werden die genannten Stoffe freigesetzt, die auf die Fadenwürmer einwirken.
Dank dieses Prozesses wird Senf vor allem im Fruchtfolgeplan vor Kulturen eingesetzt, die besonders anfällig für Fadenwürmer sind (zum Beispiel Kartoffeln oder Zuckerrüben), wodurch Ernteverluste verringert werden.